Gerd_Notes

 

 

Holprige Nacht

 

War wieder einmal am Weg im Wagen,

zum erneuten Autobatterieaufladen,

und stellte das Radio ziemlich laut

als ich plötzlich ein Känguru erschaut

welches auf einem schweren Nashorn ritt

das vor mir gemächlich über die Straße schritt.

 

Ich erwachte, weil das Bett so fürchterlich krachte

und mir war klar, dass das ein Traum gewesen war.

 

Da erblickt ich über mir ganz viele Zahlen,

eine 1, eine 5, eine 0, eine 6 und spürte Qualen,

mir graute schnelle – kannte ich diese nur zu gut,

zugleich verließ mich mein längst verlor’ner Mut

denn lag neben mir diese hässlich Exorzistenfratz‘

vor aller Menschen grässlich Schau – am Rummelplatz.

 

Ich erwachte, weil das Bett so fürchterlich krachte

und mir war klar, dass das ein Traum gewesen war.

 

Nun war ich wach und herzensfroh sah ich zur Uhr

doch von digitalen Zahlen fehlte jedwede Spur,

da waren lediglich die Zeiger, tike take, tike take,

bin ich am Ende gar verrückt? Welch selt’ne Frage…

da spring ich auf und laufe durch den endlos langen Wald

in Hühnerbeinen, Ziegenbart, mutiert zu einer Spukgestalt.

 

Ich erwachte, weil das Bett so fürchterlich krachte

und mir war klar, dass das ein Traum gewesen war.

 

Doch jetzt erst hatte ich's kapiert,

da wurde Wunsch mit Realität verschmiert,

ich seh' zur Seite – hier war nie eine Exorzistenfratze,

kein Nashorn, kein Känguru, kein Jahrmarktsgeklatsche.

Das war wohl lediglich mein Wunsch, naja, zu vage…

Auf zur Küche, wo ich mir zum Frühstück Eier schlage.

 

 

 

10.02.2019

 

 

Zeitreise

 

Was war, lässt sich nicht ändern,

an keinem Ort, noch fernsten Ländern.

Der Gedanke dran zerbricht die Welt,

nichts wird geheilt, das jäh zerschellt.

 

Liegt alles Schlechte trüglich fern

quillts dennoch innerlich im Kern,

stetig hebts bekannten Schmerz,

durchaus zersprengts alsbald das Herz.

 

Gewissheit wird‘s letztendlich lösen

allein im Sprung vom Kopf des Löwen.

Gewahr wird’s bald, es ist kein Weg,

kein Vorn, kein Hinten, nicht ein Steg.

 

Kein Glück, kein Stolz, kein Liebesband,

wär doch die Welt ein Märchenland

und jedwed‘ Lieb‘, wie ein Gedicht,

doch wahr ist, beides ist das nicht.

 

 

 

10.02.2019

 

 

Flackerndes Kerzenlicht

 

Gewiss wird keine Welt bestehen

nur vollgefüllt mit Hass und Trauer,

vertrocknen wird sie und vergehen

im abgefaulten Endzeitschauer.

 

Nicht der letzte Spatz im Himmel,

nicht die ungezähmten Heere

nicht der fahle blasse Schimmel

nicht die schnöde, ew’ge Leere.

 

Denn krümmt der zauberhafte Engel

nur einmal sich im heft’gen Schmerz,

und hängt das Sein am eis‘gen Gängel,

verdorrt dies allerliebste Herz.

 

 

28.01.2019

 

 

Verhasstes Universum

 

Das Unglück besegelt das Meer der Leere

über die Wogen der Bestürzung und Trauer.

Wenn Glück denn Zukunftsglaube wäre -

doch ist's ein blasser, kühler Schauer.

 

Der Schmerz vermag sich kaum zu legen

genährt von endlos wallender Wut.

Verborgen bleibt so vernünft'ges Streben

nach Stärke, Herzlichkeit und Mut.

 

 

10.01.2019

 

 

Weil uns die Natur das ist

 

Dichte Hecken wachsen vielerorts,

in ihrer natürlichen Schlichtheit

verbergen sie dahinter liegendes,

oder aber auch jenes davor.

 

Bedingt gegeben von Allmutter Natur

sprießen quaderförmig tonhaltigen Lehms

entsprungene unermessliche Stämme,

darunter reichlich verästelte Verblender.

 

Rissige Blätter aus einem Gemisch

von Bruchstein, Kalk und Wasser

füllen die Ecken, Kanten, die Leere.

Kein Schattenspender noch Dämmerung.

 

Viele Arten nacktsamiger Stauden

bringt die Welt hervor, Belfaster,

Jerusalemer, Mexikaner, Zyprioter,

wie Melilla und Ceuta’s, Indische.

 

Innereuropäisches Gesträuch wächst

offensichtlich selten sichtbar doch stetig,

schwängert schwer die Luft mit Lüge, Trug

und bestialisch stinkender Heuchelei.

 

 

23.06.2018

 

 

Beeindruckende Zeitreise 3.0 (Ersinnerungen 2.0)

 

Manchmal ist es sinnvoll

in die Vergangenheit zu reisen

um jene Menschen zu treffen,

die stets wichtig waren und

es wohl noch immer sind.

 

Mit ihren Hollywood-gleichen Erzählungen,

spannenden und mitreißenden Abenteuern,

unbeschreiblich zauberhaften Erlebnissen,

unsäglich herzlich-einmaligen Erkenntnissen,

während vieler schier verflogener Jahrzehnte

im Angesicht des Schweißes Geschaffenes oder

einer im Innersten erbauten Zufriedenheit.

Dazugesellt Geschichten härtester Prüfungen,

kaum erträglicher auferlegter Lebensbürden und

dem täglich aufs Neue würdevollen Meistern

immer wiederkehrend schwerster Tage.

 

Der Moment, an dem im Vorüberziehen

die Erinnerung die Seele berührt ist jener,

an dem die Wange ein Lächeln ziert,

oder eine Träne.

 

05.11.2017

Zehn Teller

 

Der grässliche Hunger ist nun schier unerträglich.

In der Ferne dann ein Tisch. Ja, ein gedeckter Tisch!

Schemenhaft erblicken die Augen darauf Teller.

Das sind mindestens… einer, zwei, drei… acht, neun, zehn…

tatsächlich – zehn Teller! Schleunigst los und begutachten,

welche Köstlichkeiten sich darauf befinden:

 

Auf dem ersten Teller liegt eine mit Maden und Würmern

überzogene, bestialisch riechender, verwesende Ratte.

 

Eine Kreation noch warmer, dampfend stinkender Hundekot

auf dem zweiten, ebenso Würmer, aber kleine weiße.

 

Der dritte Teller bietet einen alten Backenzahn feil,

an dessen Wurzeln ein voller, mit dickflüssig gelben Sekreten

gefüllter Eitersack in der Größe eines Golfballes hängt.

 

Eine herzhafte Auswahl unreifer Früchte des Schierlings

garniert mit fein geraspeltem Schirmling auf Teller Vier.

 

Auf dem fünften Teller ein Dutzend schärfster Rasierklingen,

hell glänzend, die das einfallende Licht zerschneiden.

 

Am nächsten Teller ein alter, abgetrennter Penis,

vorne hellgelb ranzig, hinten trieft Blut aus dem Amputat.

 

Glänzend gräuliches Quecksilber schwappt im siebten Teller umher,

garniert mit – ja, das ist gewiss Achselhaar – gekraustes Achselhaar.

 

Die letzten drei Teller sind leer. Völlig leer.

 

Im Geleit von Furcht dreht der Magen sich unaufhörlich flink

im Kreis um den Arsch – welch‘ Glück, es war nur ein Traum!

Zugleich erblicken die aufgerissenen Augen zitternde Hände,

Hände, die einen bleiernen Stift zwischen den Fingern zähmen

der über einem Wahlzettel schwebt – und da sind sie wieder,

da sind sie tatsächlich wieder, diese verdammten zehn Teller!

 

08.10.2017

 

 

Zweitausendsiebzehn

 

National

ökonomisiertes

Rational

 

Wahl

lektorloser

Wall

 

Rat

sinnentleerter

Unrat

 

Nationalratswahl

Grimms

Rationalunratswall

 

10.09.2017

 

Lia

 

Stolz und Treu' und keine Tränen.

Ein steter Glanz aus Schwarz und Weiß.

Kaum nur auf den Arm zu nehmen.

Durchwandert' Zeiten still und leis‘.

 

Der Fährmann hebt nun an die Ruder.

Ein letzter Blick, dann deine Position.

Vom Boot her lächelt Knud, dein Bruder.

Nun geh‘, Prinzessin, er wartet schon.

 

13.08.2017

 

Heute lebt die Welt

 

Unzählige Regentropfen zieren die ergrünten Blätter.

Ein Schwanenpärchen treibt mit ihren Jungen übers Wasser.

Tiefgraue Wolken hangeln sich an Berghängen entlang.

Der Wind kauert zufrieden in den hinteren Bergen.

Keine Straßenkonzerte, kein Getöse, kein Wetteifern,

kein Gerenne, kein Posieren und keine urbane Hatz.

Mit den schweren Wolken und dem steten Regen

legt sich tiefste Zufriedenheit auf das müde Land.

 

06.08.2017

 

 

Gesellschaft des einundzwandzigsten Jahrhunderts

 

Trotz der aufreibenden Strapazen ob des steinigen Geländes

erreichen Schweiß gebadet die schweren Flüsse ihre Mündungen,

von heftigen Winden gebeutelte und flatternde Gebirge

flankieren applaudierend den Einlauf der strahlenden Sieger.

Die einstens aus kühlem Tau geborenen, messerscharfen Gräser zerschneiden bunt schillernd, mondfarben erfrorene Wolken aus unterkühlten Feuern bodenloser Untiefen der Erde.

 

Prachtvoll erhabene Falken weiden in den äquatorialen Tundren,

auf ihrem allzeitlichen Flug nach Norden ziehen Rinderschwärme

mit jedem Flügelschlag zum Rande des unendlichen Himmels hin,

die Küstenwellen zerschellen an schäumenden Felsen der Meere.

Kein noch so flacher Gipfel, nicht das allerhöchste Unten

vermag den in wahrhafter Grazie wie Lieblichkeit ruhenden Anblick

einer restlos verkommen vollendeten Gräßlichkeit erschüttern.

 

 

08.07.2017

 

 

Von Büchsen, dem Sinnen und Gedärm

 

Vermeide an endlos scheinenden Tagen verdrießlich wirrer Gedanken diese verwunschene Truhe zu öffnen. Bloß ein dampfender Schwall schnöden Buchstabenunrats entfleuchte. In den schwarzen Untiefen des entleerten Verstands verbliebe nicht dieses eine zärtliche Würstchen lieblicher Hoffnung zurück. Lediglich Gewissheit über das Heranreifen unzähliger Wortfäkalien zum nächstmächtigen Verdauungsschlitten.

 

02.01.2017

 

Lodernde Welten

 

Wogen peitschen über die verblasste See,

schlierener Dunst bedeckt leergefegte Wege,

verraten, zerbrochen, geschändet.

 

Tempelvorhängene Trauerschleier bersten

schallend durch endlos luftgeleerte Höhlen,

wütend schnauben Kohorten gelber Rosen.

 

Das Knüpfen des ewgen Bandes schicksalsgleich

im Felde verblieben erlösungsloses Schmettern,

Prometheus, Mary Turner und Sophie tanzen.

 

Hebt an zur Schlacht, apokalyptische Reiter!

Pflügt durch die Lande, die Freuden, die Brust!

Verfaulen sollt ihr, verfaulen!

 

25.09.2016

 

 

Relökolitik (Übersetzung/Translation)

 

Gräben zieren seit Beginn des letzten Jahrhunderts

unzählige Regionen und bestimmen das Landschaftsbild

in vielerlei Hinsicht.

 

Schlieffenpläne, Zitadellen, Aufstände, Wanderbewegungen,

Präsidentschaftswahlen.

 

Der moderne Mensch verfällt stets der Religionsfäule,

dem Machthunger und der elenden Gewinnstrebenslüge,

immer wieder aufs Neue.

 

Partizipationsunlust, falsche Fährten, Schwindelpopulismus,

Wahrheitsfindungsverdruss.

 

Staaten funktionieren, indem diese von der Religion getrennt,

von gemeinwohlinteressierten Politführungen gesteuert und

dem Kapitalismus unabhängig agieren.

 

Genozidwahn, Kalifatidiotie, Unionsrätsel, Wirtschaftspakte, Elitenbildungsdunst.

 

Die Zeit der Aufklärung ist noch nicht vervollständigt,

nach der Verabschiedung von Monarchen, nach Laizismus

steht die Abkoppelung vom Ökonomiewahn.

 

Es war, ist und bleibt hässlich. Menschheit.

 

 

04.08.2016

 

 

Zwei Taler für den Fährmann

 

Die Uhr, die unaufhörlich tickt,

die fein gemütliche Gartenlaube,

das Lüftchen, das die Zweige neckt,

die zarten Oliven am jungen Ast,

wie der reifenden Trauben Süße,

ein Blick und ein Mach’s gut,

Ehemann,

Stiefvater,

Bruder,

Sohn,

das alles warst, bist, und wirst sein,

lange vor und nach fünf nach halb elf.

 

 

11.07.2016

Der Nacht folgt Gewissheit

 

Das vom rechten Stier geschwängerte Europa

gebar erneut die in ihr gewachsene Frucht,

sodass französisch Nationale triumphieren,

die Partei für Freiheit endlos jubelt,

irische Nationalisten dies Fein finden,

die Alternative ausgelassen feiert,

Vereinigten Unabhängige tanzen und

Schotten neuerlich Stimmzettel drucken.

 

Rückbesinnung auf das Anliegen der Bürger

zum geheuchelten Ende der Elitenförderung.

Schweigendes Verlassen des Podiums

zeichnet elendes Spiegelbild der Kommission.

Sofortige Verhandlungen in aller erbötigen Ruhe

bestätigen gelebte chronische Uneinigkeit.

Steinerne Börsen wie Finanzmärkte versinken

während Banken Goldbarren zur Rettung werfen.

 

Adrett stolziert der Vertrauensverlust,

verschlafen schlummert stetig der Wandel.

Reform, Umgestaltung, Erneuerung, Veränderung,

leere Begriffe erneut in aller Munde.

Unberechenbarkeit, Chaos, Dominoeffekt,

schwere Wortsalven gesellen sich hinzu.

Freiheitskampf ohne Gewehrkugeln? Cox.

Viernheim und Weinheim sind Lubitz.

 

24.06.2016

 

 

Eine letzte Wahl

 

Amtlich ist nun nicht nur das Ergebnis zur Präsidentenwahl

sondern auch die ureigene Chance für das geeinte Land

im gräulich Verborgenen Gemeinsamkeit im Gegensatz zu heben,

nach der die verkracht politische Gewogenheit vergeblich lechzt.

 

Medial geheuchelte Entfremdungen inszenieren Grabenbrüche

und verdecken gänzlich übereinstimmende Gegensätzlichkeiten

mit dem Vermögen zu hochprozentig wohlwollender Harmonie,

in der das Gute ruht, die Hoffnung blüht, aber Spaltung erstickt.

 

Schlummernd im taktvoll pulsierenden Herzen der Menschen

ersehnt eine schmerzhaftester Pein ausgesetzte letzte Zuversicht

genährt am Busen des Wohlwollens zu der Einigkeit zu erstarken,

die einem Österreich und seiner Bürgerschar zur Ehre gereicht.

 

23.05.2016

 

 

Sechs Minuten Radio am Ostersonntag 2016

 

Heute wird nichts Materielles verschenkt,

denn die Leute vergeben sich selbst

als Aufmerksamkeit für die eigenen Lieben.

Besuche und ein Lächeln als Mitbringsel.

In Pakistan sprengte sich ein Attentäter,

sechzig Tote und unzählige Blut überströmte.

Rechtsextremistendemo in Brüssel aufgelöst.

Ein toter Motorradfahrer am Felbertauern.

Das Wetter teils sonnig, föhnig, morgen.

Grenzwartezeiten enorm, gute Fahrt.

Hunde gelten in der Tat als Flirtmagnet.

 

Ein wunderschönes Osterfest uns allen!

 

27.03.2016

 

Unverbesserlich

 

Allzeit zog die elitäre verwestlichte Gesellschaft

Lehren aus ihren durchlebten düsteren Epochen

und sollten grässliche Geschehnisse nimmer sein.

 

War dem so um 1814? Nein. Nach 1918? Nein.

1926? Nein. 1934? Anscheinend auch nicht.

1945? Offensichtlich nicht, nein. 1965? Nein.

1991? Nein. 2001? Nein. 2013? Nein.

 

Posaunen von Hochkulturen tönen stets blutig.

 

Sie zeugen Terror, Heimatlose, Vergammelnde

inmitten einer durch beklemmende Unfähigkeit

wie anerkannte Bedeutungslosigkeit glänzende

zum Selbstzweck kokettierenden Staatskunst.

 

Melodien einer beschämenden Vergangenheit

begleiten gegaukeltes neues Tun der Gegenwart

die im Kommenden unveränderlich widerhallen.

 

25.03.2016

 

Ehrfurcht

 

Die Tage werden endlich milder,

deren Sonnenstunden ziehen an,

die Wiesen malen zärtlich Bilder,

Melodien ew‘ger Gezeiten Klang.

 

Im Frühling wandelt stetig Streben

mit jedem Schritt zum Bess’ren hin,

Lebend’ge sehnen sich und beben,

nach lüstern Lieb‘ reift schwerer Sinn.

 

Doch jene fern von Sein und Weilen,

dereinst den Gräbern zum Geschenk,

für sie steh‘n ehrbar diese Zeilen -

aller Vergess'ner eingedenk.

 

 

07.03.2016

 

 

Bis 23 12 15

 

71 Verwesende und 12 und 130 Erschossene und 1 erschossener Flüchtling und 224 Abgestürzte und geschätzte 400000 Ertrunkene und 1 ertrunkener kleiner Junge und 1 toter Zuschauer und verdammt der hatte nur Pech. Fröhliche Weihnacht 2015!

 

23.12.2015

 

 

Stell' dir vor…

 

Stell' dir vor, da war einen Anschlag im Nachbarland,

es handelte sich dabei nicht um den ersten,

gerufene Parolen zeugen von edlen Hassgeschwüren,

offensichtlich gibt’s dafür bereits Beschuldigte.

 

Stell' dir vor, Schönwetterpolitiker verurteilen die feige Tat,

leere Floskeln geschönt beschämter Anteilnahme hallen wider,

unglaubwürdigste Bekundungen zu Einhalt und Gegenwehr,

stetig steigt vielerorts verkehrt radikales Gedankengut auf.

 

Stell' dir vor, im Nebel politischer Polemik hungert das Wahre,

das Schöne geht im Sumpf populistischer Parolen unter,

Verblendete, Lügner wie Betrüger im Frack besingen das Gute,

elende Verleugnung und sture Blindheit haucht der Wind.

 

Und jetzt stell' dir vor, du lebst in Frankreich im Jahr 1938.

 

 

20.11.2015

 

 

Immer noch, nicht gerade eben

 

In feinsten Anzügen oder adrettesten Kleidchen

brüskieren sich jene die dem Staatsvolk verpflichteten

und posaunen inhaltsleere Floskeln in den Äther.

 

Während noch nicht einmal das Blut getrocknet war

positionierten Medienvertreter Kameras am Bordstein

um alles öffentliches Entsetzen einzufangen.

 

Wie aus heiterem Himmel herniedergeprasselt

sind diese bereits erwarteten Gräueltaten, stets verkannt,

erneutes Versagen selbsternannter Weltenlenker.

 

Heute endlos scheinende Trauer und schlimmer Schock,

auch bei Fußballspielern, die es nicht realisierten,

dass vor deren eigenen Toren der Selbstmorddonner wütet.

 

Heute überall, aber morgen dem Vergessen gewichen,

wie verwesende Menschen in einem Laster, Charlie Hebdo,

oder ein vom Meer freigegebener ertrunkener Junge.

 

Der Schein trügt, es wäre überraschender Beginn.

Schon seit längerer Zeit geriet die Welt hier aus den Fugen.

Nur Ohnmacht hallt im Krachen der Handgranaten wider.

 

Immer noch wiegen sich viele in falscher Sicherheit.

Der Gräuel ist fern, andernfalls gibt’s einen Zaun.

Lehren werden – wie so oft – nicht gezogen.

 

Nur die unzähligen Toten des Anschlags wissen es besser.

 

14.11.2015

 

Schäme dich, Europa

 

In der von Scheinwerferlicht aufgeheizten Halle

schwebt eine Bärtige über die jubelnde Szenerie

während viele im Regen verharrend zwischen

Zelten im Morast verängstigt ihrer Liebsten sinnen.

 

Glanz und Glorie um mehrere Dutzend Millionen

und ein Bullshit-Bingo das zeigt, es fehlt an Nichts.

Zum Hohelied auf das Vergessen verbannter Politik

sangen wenige dagegen an und gingen klanglos unter.

 

Keine Punkte für Schlächter von damals, noch Lämmer.

Für Nah-Ost-Nazis gabs nur noch dürftige Knöllchen

wie welke Blumen dem Ukraine-Aggressor – aber Buhrufe.

Und es ward Abend, und es ward Morgen.

 

Vergessen Vertriebene, Erschossene, Ertrinkende.

Schlagzeilen über Homoehe und die Internetbubble

bestimmen wieder unseren Alltag, nicht die Heimatlosen.

Schäme dich, hässliches Europa! Tu quoque Austria!

 

 

25.05.2015

Letzartlich

 

Verkommen Reiche zu Arme,

Experten zu Laien,

Helfer zu Hilfsbedürftigen,

Diebe zu Bestohlenen,

Beneidete zu Neidern,

Erfolgreiche zu Verlierern,

Jäger zu Gejagten,

Besitzer zu Besitzlosen,

Betrüger zu Betrogenen,

strahlt die Sonne hellste Schatten

und der Mond grellste Dunkelheit,

wird Oben zum Unten das in die Leere stürzt,

die Wärme zur Kälte die im Nullpunkt verdampft,

erstarrt Zeit zu Singularität,

wird Leben zu Tod,

Sein zu Nichts

und letztlich Nichts einz‘ges Sein.

 

 

08.04.2015

 

 

Kampf dem Terror und der Kokosnuss

 

Kaum war ‘15 nur ein paar wen’ge Tage alt,

ermorden radikale Menschen einfach so

zwölf Mitarbeiter der Zeitschrift Charlie Hebdo

als Start zur Missachtung von Mediengewalt.

 

Damit gehen wir Europäer auf die unsren Straßen,

gegen diese uns verächtlich schlimmen Gräueltaten

in denen für uns allzu heilig europäischen Gestaden,

darob erblindet hat uns die Nächstenliebe verlassen.

 

Denn: jenen Zwetschkerln von Peschawar zur Weihnacht‘ –

sechs Tage vor Heilig Abend ‘14 nach dem Leben getrachtet

wurden einhundertzweiunddreißig Kinder abgeschlachtet –

denen(!) hat beim Marsch kein einzig‘ Verwestlicher gedacht!

 

Rund 2 500 Tote in Nigeria, etwa 2 000 Tote in der Ukraine,

aber ein verendetes nicht geimpftes Kind bleibt uns im Gedächtnis.

Ein Selbstmörder – 150 Tote – Politiker fliegen zum Bedächtnis,

228 und 239 und 298 und 162 Tote, die niemand hier beweinte.

 

Innerhalb von zehn Jahren wurden rund 1 500 auf Erden geboren

durch herabfallende Kokosnüsse schändlich ums Leben gebracht,

in kommenden wohl weitere 1 500 durch Kokosnüsse tot gemacht.

Wer demonstriert gegen hinterhältige Kokosnussfruchtagressoren?

 

Man müsse doch das unsrig‘ Leben sehen, das von hier und so.

Beachtenswert seien die Dinge, die uns betreffen und für uns sind,

das ist schon urwichtig, ein jedwed‘ geimpftes Mitteleuropäerkind.

Rund 10 000 offiziell ertrunkene Flüchtlinge? Egal, eh anderswo.

 

Ist die Zeit reif für das Fahle Pferd und seine endlich Brut?

Fordert‘s Apophis zum Geleit der wenig verbliebenen Natur?

Abgehen vom gerechtfertigten aber alleszerstörerischen Schwur?

Allein das letzte Jahrhundert zeigt – es braucht die Flut.

 

 

03.04.2015

 

 

Tagnächtens

 

Faltig, gerötet dem Vergehen

geweiht grient verächtlich

das Antlitz hochnäsig unzufrieden

geläutert aus vielen Poren blutend

gesäumt von alter Wunden Risse

die unaufhörlich Schleim über

den Körper ergießen. Allzeit

Verhöhnung, Bosheit wie Schmach.

Dahinter schon lächelt hämisch

die blassgraue Fratze der

ewiglich neidvollen Wüstenei

erlogen, betrogen, verklärt.

Die grässlichsten Stunden erwartend

verliert ihr Schein mit der Schnuppe

das Grauen nur für den einen Blick.

Keine Realität, keine Wahrhaftigkeit,

keine Ehre, kein Entkommen,

nur Einsamkeit, Leere und Öde.

Die schlierenen Ströme blinzeln

zum Abschied und zum Gruße

aus vordergründigstem Hinterhalt

während‘s Scheusal ungewandelt

die Bühne des stetigen Kreises

zur ureigensten Geißelung

aufs Neue erklimmt mit

Unglück, Trauer, Nichts.

 

29.08.2014

 

 

Einer der Lieben

 

Der eine kleine Steg im Wald

war mir ein allweil guter Freund.

Hatt‘ mich zu gerne aufgebäumt

zum Ziel hin, das ihm allzeit galt.

 

Von dort aus warens ungezählte

den Odem raubend kurze Tritte,

dahinter niemals war Abbitte

und doch aufs Neue stets erwählte.

 

Einstens wachten stolz da Bäume

dem reinen feinen Bächlein rinnen,

Grillen stellten bei ihr singen.

So braucht es niemals kahle Zäune.

 

Aber heute stehen solche dort,

die Bäume sind zu Tod‘ geschändet,

die Grillen allesamt verendet,

der Steg auf ewig schäbig fort.

 

Es liegt hier nur zerbrochen Erz,

zermartert von stählernen Ketten

die alles zum Endgült‘gen plätten,

und sie planieren nun mein Herz.

 

 

19.08.2014

 

 

Kriminell - wen juckts?

 

Zigarren schlummern im Ascher,

ein Würfel im Whiskeyglas tanzt,

der Fortschritt voll unzäh‘lger Löcher,

sich im Garten der Igel verschanzt.

 

Hintan klettern vereinzelt Insekten

über Inseln oder Possen entlang.

Wenn Taurer die Waffen auch streckten,

hangelt‘s Leben dennoch am Strang.

 

Geht fern eine Fliege verloren,

gibt’s medial eine riesige Schau.

Werden Milliarden an Gelder vergoren,

interessiert sich dafür keine Sau.

 

Es verglüht nun nichts mehr im Ascher,

kein Würfel der im Whiskeyglas tanzt,

nur hämisch verstohlener Schacher

im Kämmerlein, der sich verschanzt.

 

 

16.04.2014

 

Sense and futility

 

It’s a tragedy believing

things are going on right.

Supposed to be living

spuriously racks some fools hope.

 

Mankind underwhelming itself

perennially heading confidently

towards justice and liberty.

However trudging in dead-end.

 

It seems the world as I know it

even never existed.

The world I am part of hates me.

It is not where I ought to be.

 

Sure, no tiny little detail,

still clues, crumbs, a dream.

Maybe this is why I grasped up

my one last blade.

 

Redemption while trying

to sharpen only one good mans wit

isn’t atonement at all.

Well, why should I care?

 

23.03.2014

 

 

So, das war's

 

Einst immer wieder neu,

doch stets wie je zuvor,

trennst Weizen von der Spreu,

aber sieh dich diesmal vor.

 

In Glen und Montecristo

versinkt derweil das Licht.

Die Sterne tanzen froh

als der Tod das Leben ficht.

 

Es ist das Lebe Wohl,

der Zeiten wahres Ende.

Kein Dünkel noch Symbol,

nur‘s Testament zur Wende.

 

Das letzte Glas gefüllt,

der letzte Stumpen glimmt,

im Nebel bleibt verhüllt,

was die Fähre mit sich nimmt.

 

15.02.2014

 

 

Ostarrichi

 

Ein Land angefüllt mit Fahrstreifenanalphabeten,

Mittelspurdeppen, Reißverschlusssystemnegierer

wie Bundesstraßenbeschleunigungsverweigerer,

das Pannenstreifen zu Fahrstreifen für Rettungsgassen

und Umfahrungen zu Ansiedlungsgebieten verklärt.

Ein Land in dem die Sicherheit im Inneren durch

die Schließung von Polizeidienststellen erhöht wird

und nicht nur das Außenministerium zu kurz kommt,

Blindgänger zu Politikern verkommen lässt

mit hehren Zielen, flach wie die ruhigste See.

Ein Land voll dummgebildeter Möchtegernmanager,

deren Ergebnisse eher Naturkatastrophen gleichen

denn Spuren von wahren Wirtschaftskapitänen.

Ein Land das Führungsversager fördert,

welche wiederum Dämlichere um sich scharen,

die artig an die Lüge des Leuchtturmmärchens glauben.

Ein Land, das die Gleichstellung der Frau heuchelt,

Wertschätzung andersartiger lediglich vorgibt,

unzähliger Gewinnertypen, die nur verlieren

und allzu viele herzliche Menschen einfach nur vergisst.

Ein Land voller Veränderungshasser und Jammerer

unfähig ob der Sinnlichkeit sittlich zu streben.

Nörgler stehen vor, Realitätsverblindete tanzen.

Vielgeliebte Heimat großer Töchtersöhne.

 

09.02.2014

 

 

Vergehen

 

Aus den Tiefen kriecht die endlose Leere

über Vixens vergammelndes Fleisch.

Das fahle blasse Pferd reitet stetig fort.

Pechschwarze Morgenröte verdunkelt

den Tag wie die Nacht es nie vermochte.

Kein Sehen, kein Rufen, kein Bitten,

keine Ahnenreihe, kein Platz in der Halle.

Vom Halse hinan gleich Trolle Nächtens,

herab wie diese im ersten Morgenschein.

Nordmänner und Totesser verschmelzen

während der Säbel gibt, genommen hat er nie.

Nicht die Kugel, sie schlummert im Fluss.

Blutverschmierte Hände, starrer Blick.

Reißt der Wind sich je von den Zweigen los?

 

28.12.2013

 

 

Ersinnerungen

 

Manchmal ist es sinnvoll,

in die Vergangenheit zu reisen

um jene Orte zu besuchen,

die stets wichtig waren,

und die es womöglich

noch immer sind.

Vorbei an belebten Plätzen als auch stillen Ecken,

an denen all diese nun schmerzlich vermissten Momente

in anderen weiterleben und deren Geborgenheit

mit der eigenen bergan vorüberzieht gleich dem Anblick

der kleiner und kleiner anmutenden Lichtkugeln

während des Anhebens irgendeines Flugzeugs.

Mit vierzig Jahren erst wieder hinauf,

wie ist das mit Sechzig runter möglich gewesen?

Längst vergangene Melodien verzaubern,

wenn auch nur für einen Tag, die von herbstlichen

Blättern gesäumte Waldstraße

zu der einst von heftigem Regen jenes Sommertages

glitschige, die es unmöglich gemacht hatte anzuhalten,

auch in der Kehre nicht. Zeigt der Pfeil in seine

gewohnte Richtung, ist der Wagen dennoch deutlich

nicht zu erkennen. Vieles hat sich geändert,

vieles ist nicht mehr so, wie es einst war.

Die Ruhe und Stille, wie der Wind,

sind dieselben geblieben und waren immer schon

Seite an Seite nebst der Einsamkeit,

eigentlich nicht existent, aber doch.

Erst jetzt wird klar, zur aufkeimenden Furcht

ob Glockenläuten domestizierter Vierbeiner

und kauender Bäume brauchts keine Wildnis Südamerikas.

Die Bushaltestelle am Abgrund gereicht dazu allemal.

Jetzt hätte sie sich beinahe an den Falschen gehängt,

als ob das das erste Mal gewesen wäre,

bezeichnend für diesen einen Augenblick oder jenem mit der

Wahrheit. Unklar zuerst, später dann offensichtlich.

Der Moment, an dem die

Erinnerung im Vorüberziehen

deine Seele berührt ist jener,

an dem ein Lächeln

deine Wange ziert,

oder eine Träne.

 

20.11.2013

 

 

Irrfahrt

 

Kühle. Der Dunst blendet im Scheinwerferlicht.

Kennen tut er beides nicht. Noch nicht.

Nach und nach bessert sich die Sicht auf Vieles

als Insektengetier an der Frontscheibe zerklatscht,

gefolgt von einem Schmetterling. Ein ekeliger Fleck.

Ein weiterer Falter, und ein dritter. Drei Ekelflecken.

Für Insekten hatte er sowieso nicht viel übrig.

Auch für Wärme, Hitze, Tropennächte.

Am Straßenrand ein toter Frosch. Dann eine Maus.

Könnte auch eine Ratte sein – er erkennt es nicht.

Ein niedergetrampeltes schwarz-weißes Kätzchen.

Schaudern ob des fahlen Blicks eingefallener Augen.

Sieh einer an! Noch ein hingerafftes Tier.

Schon säumen unzählige Kadaver die Straße.

Anblick und Gestank, sein schmerzendes Knie

widern ihn an. Gewiss. Mehr noch die Glut.

Vor allem aber die schwer zu ertragende Einsamkeit.

Auch das in zwei Teile zerrissene Kitz,

dessen Eingeweide die Leitplanke ziert.

Unaufhörlich schwer hängender Verwesungsgeruch

begleitet die dumpfe Melodie infolge

des Plattwalzens eines unvorsichtigen Zwerghasen.

Sichtlich klettern Schweißperlen den Körper hinab.

Unzählige Kadaver hemmen nunmehr seine Fahrt,

die Zeit das Sehen, weniger aber das Verstehen.

Noch kann er einer humpelnden Person ausweichen,

den vor dem Wagen auftauchenden, bereits auf der

Fahrbahn liegenden Köper zermalmt er. Knochen bersten.

Ein dumpfer Schrei, dann viele. Anhalten? Nein.

Seine Augen erblicken unzählige reglose,

geplatzte, zerrissene, verdrehte, zerschundene Leiber

blutverschmierter, Sekret überhäufter weißer Menschen.

Ein letztes Kleinkind stürzt sinnlos ob seines Rufens.

Mahnende Worte zerschellen an seiner Gleichgültigkeit.

Verrenkte, unnatürliche Posen. Zeugen der Leichenstarre.

Sie versperren endgültig unpassierbar den Weg.

Er hält an. Ist das nicht sein Wagen da vorn?

Unsteten Schritts nähert er sich, die Tür steht offen.

Aus dem vertrauten Inneren jammern die letzten Violinen

vom Haus des Herren, dabei war er niemals Kampfsoldat.

Und diese unerträgliche Hitze. Kein Schmerz.

Die Scheinwerfer seines eigenen Fahrzeugs blenden ihn.

Seine Blicke wandern nur noch zurück, Vorne ist nicht mehr.

Leere säumt letztlich seine zurückgelegte Strecke.

In den Armen einer schwarzen Frau liegend verspürt er

betrogen die so viele unzählige Jahre sehnlichst erhoffte

leidenschaftliche Zuneigung und zärtliche Geborgenheit

indes ihre Finger sanft durch sein schütteres Haar streifen.

„Sehe ich dich noch mal?“ lispeln ihre Lippen.

Die Szenerie vor sich als wirrer Beobachter seiner selbst,

unfähig, nur den geringsten Laut von sich zu geben,

zieht Nebel auf. Ihn fröstelt. Nur noch kurz.

 

22.08.2013

 

Ödland

 

Sobald die Hitze schlafen geht

steht schnell die Freude auf.

Der Mond ertänzelt‘s Firmament,

so fahler Schönheit eingedenk

reihum die Sterne steh‘n zu Hauf.

 

Des Nächtens stets die Ruhe dreht

mit lautem Schritt die Runden.

Nur Grillen stören ihren Weg

auch Frösche hinterm alten Steg

sie trällern dieser späten Stunden.

 

Ein laues Abendlüftchen weht

und bläst ein Zirpen fort.

Es hebt sich an das nächt‘ge Licht

das lediglich am Wald zerbricht,

dem letzten düsterlichen Ort.

 

Verborgen in den Bäumen steht

nur eine Seele starr.

Der Worte stumm, der Augen trübe,

erblindet sprachlos an der Lüge

war’s vor dem Ende allzu wahr.

 

Darob die Obhut sinnlos fleht

nebst Wimmern ungemein.

Sie wurde einstens fortgeschickt,

als Teil im Jetzt zu Tod‘ erstickt,

vergessen darbt‘s im düst‘ren Hain.

 

19.08.2013

 

 

Wahn und Sinn

 

Zeit, Raum, übergeordnete Wesen,

Gott, Seele, Ebenen des Bewusstseins –

das Königreich ist in dir –

stehen gegen die Wissenschaft,

dem Anfang als Singularität,

Zufall, immer gewesener Energie,

Großer Rückprall, Prä-Urknall-Aktivität –

alle Materiefelder in ihrem Grundzustand.

Eines haben Hirngespinste oder

Glaubensgrundlagen mit

Naturwissenschaften gemein.

Die Zeit, kaum mehr als eine Idee,

eine Erfindung… des Menschen,

Nicht Gott, Bewusstseinsebenen,

noch die Singularität kennt sie,

Prä-Urknaller wiederholen lediglich.

Kein Anfang, und wenn doch,

dann das Ende in ihm, wie sein Beginn.

Zeitlich somit das Vorne hinten,

das spätere kommt folglich zuerst.

Oben wie unten – keine Zeit, kein Raum.

Hier und Jetzt gegen ein Nirgends niemals.

Aber, die Uhr, von uns Winzlingen

in endlichen Körpern erfunden, tickt.

Wissentlich ist ein Plan für die Zukunft,

geschmiedet im Körper zu dieser Sekunde,

sobald die Gegenwart ihre Zukunft überholt

zur Vergangenheit verkommen.

Endet des Menschen Körper mit dem Tod,

bleibt er in veränderter Form im Augenblick,

zerfällt, aber die Seele als Energie verbleibt.

Sein ohne Körper; ohne Körper keine Zeit.

Damit ist das Jetzt gleichzeitig existent,

wie diese eine künftige Gegenwart,

die mit dem Moment ihres Entstehens

unweigerlich in der Vergangenheit ruht.

Gott, Geister, Bewusstsein hin,

Energie, Big-Bounce, Singularität her,

wie auch immer die Zukunft war,

die Vergangenheit kommt,

ferner vice versa.

 

19.07.2013

 

 

 

Die unausweichlich andere Wahrheit

 

Schaben zerschneiden den faulen Dunst,

in den Kniekehlen nisten unzählige Kakerlaken,

Kreuzspinnen legen ihre Eier in Nasenhöhlen ab,

eine Blindschleiche schlängelt sich in den Rachen.

 

Der Schleier verwesender Fäkalien wandert

über den blassgelben Glanz von Maden hinweg,

Schmeißfliegen laben sich ohne Unterlass am See

geronnener Sekrete, Schleim und Erbrochenem.

 

Röcheln von Blut und Wasser gefüllter Lungen

hallten über von Eiterschlieren zerfurchte Körper,

einst Sinnbild des Schönen und der Grazie,

letztlich zu unweigerlicher Realität verkommen.

 

10.06.2013

 

 

Weltendummler

 

Diebstählerne Börserker klügen das Ewigelde

papageiernd von jenen dämolisten Kapitanen,

die in anzüglicher Kohlefarce herausgewitzt

schamlos an prallgeleertem Spekulatius ersticken.

 

Anderorts jammerieren dummgebildete Zyklioten

unverstötternd über den leuchtlosen Sinnturm,

rückschrittig quengeln Menschinen hinterdrein

vorweilend zum veränderstarrten Ökonomirrsinn.

 

 

28.12.2012

 

 

 

Wahrlich

 

Dem Blick vorgeführt die eigene Unvernunft treibt Widerwille unfruchtbare Samenkörner bittrer Erkenntnis lidloser Augen allzu gedachter Welten geschlachtet des Hohns von unscheinbar grässlich verkannter Unzierde entschlafen eines rasend heraneilenden Stillstands genährt am Busen geistiger Umnachtung das allzu verhasste Naturell unvermögender Bekundung.

 

Es regt sich nichts.

 

Schleudernd hintertreibt grölender Platzregen verwesende Halme gaukelnder Hoffnung ob unendlicher Schwerenot Fortunas zu scharfkantigen Pfählen geborstner Spiegel Scherben ebengleicher aneinandergereiht maroder Oden hernachfolgend unzählig schwermütiger Abgesänge verbrämter Elysiums jählings gebrochner Flügel stets im erschaudernden Gefolge blutschwarz getränkter Flüsse eingedenk.

 

Welch' Glück!

 

Eine vor Urzeiten ausgehobne tänzelnde Grube meuchelt zur Ekstase Stund um Stund das mit Füßen zu unwahrer Glaubhaftigkeit gepeinigte unsterblich bekundete Immersein unverholten Angesichts überschüttet von brennendem Eis vollgefüllter Katakomben erstarrt schweigender gesichtsloser Fratzen schamlosen Gelächters grundlos hinter eines niemals gewesenen Schleiers verlogenen Eigenschutzes.

 

Offenkundiges Geheimnis.

 

 

23.11.2012

 

 

Wohin der Weg auch führt

 

Mut.

Familie.

Verständnis.

Entwicklung.

Ehre.

Klarheit.

Beziehung.

Bestand.

Freundschaft.

Bildung.

Rechtschaffenheit.

Führung.

Erfolg.

Stattlichkeit.

Achtung.

Konzept.

Anerkennung.

Schön.

In keiner Welt zu Hause.

 

11.10.2012

 

 

Zeit

 

Sie führt hinfort zu jenem Punkt

des immer und immer wieder

stets am selbig niemals gleichen Pfad

hinter die Vergangenheit schreitenden Jetzt

einer Zukunft vor der Gegenwart.

 

26.09.2012

 

 

Tonight on the eve of nothing

 

This life is our battlefield

in which we awful drown.

There’ll never ever be a shield,

no shelter in insincere dawn.

 

Somehow it’s difficult to bear,

still death is all around.

It’ll soon be over to take care

until we see our burial mound.

 

And finally if the time has come,

we’re going round the bend,

no gods for blessing anyone,

our life has painfully come to an end.

 

29.07.2012

 

 

Oder doch

 

Mehr noch als das Leben hassen

ersehnt’s das Ende, nimmer sein.

Das eine hat die Welt verlassen,

das Keine folgt ihm hinterdrein.

 

Die Freud’ ob and’rer Glück muss weichen,

der öde Frohmut soll hinfort,

im Jetzt kein Himmel seinesgleichen,

nicht im Leben, nicht im Wort.

 

24.06.2012

 

 

Offene Verschlossenheit

 

Frühmorgens wandert vergangen

vor immens viel Wenigem

hinter kaum fassbar geringem nicht kleinem Großem

alles Nichts hintan.

Stetig im gleichen Schritt ohne Rhythmus

fließt die Veränderung erstarrt

durch die unter den Kontinenten der Öde

dahinfegenden gefrorenen Feuerstürme

im Ende vor dem Beginn.

Der Spiegel zerbrochen zu einem Stück

aus tausend runden Ecken

reflektiert den hellgrün blutroten Gipfel der Tiefe

im strahlenden Dunkel.

Verhallend im Echo der Stille

erschallt dröhnend der stumme Schrei

des blühend verwesenden Lebendtods.

 

10.06.2012

 

 

Kultur der Seele

 

Ein weitres Konzert steht an.

Die Akteure betreten ihre Bühne.

Das Leuchten der Halle wird reduziert.

In der Loge 17/4 nur ein Mensch.

 

Sanft beginnen die Violinen.

Hie und da ein Paukenschlag.

Nach und nach die Bläser.

Begleitet von den Streichern.

 

Prasselnd stürmisch das Finale.

Imposant wie bedrohlich.

Ewiges verschmilzt mit Endlichem.

Orchester und Zuseher sind eins.

 

28.05.2012

 

 

Zeitger denn fern

 

Fröhlich und heiter

wartende Ahnen

hinter den Fahnen

donnernde Reiter

 

selig’ zerlacht

albern Gewimmel

weinende Himmel

fort zu der Schlacht.

 

Kehren sie wieder,

an deinen Ort,

liegst ab sofort

du einsachtzig niedrer.

 

28.05.2012

 

 

Nicht mehr sein

 

Starres Denken,

tote Hände.

Sinnlos’ Schwenken,

keine Wende.

 

Kaum ein Lenken,

Karstgelände.

Endlos Kränken,

trostlos’ Ende.

 

13.05.2012

 

Bloß noch so Geringes

 

Trommelnd schallen Böen schleudernd durch die Lebenshalle.

Troja gleich, der eine Sinn, das eine Streben, es ist nicht mehr.

Trost gammelt, nur noch Sand verweilt, treibt auf ewig nicht ein Samenkorn.

Unbekümmert tänzeln die toten Engel um die Schatten einsamen Traurigseins.

Unbarmherzigkeit stimmt ihr eignes Klagelied an.

Unbeugsame Ausrichtung tritt aussichtslosen Mut mit Füßen.

Zerwunden schlängelt die Lüge durch den Morast.

Zerfurcht schamlos die Felder der Ehre.

Zerbrannt zu faulender Asche der letzte Funke Hoffnung von Aufrichtigkeit.

 

01.04.2012

 

 

... Für Alles.

 

Die Umnachtung verwährt die Betrachtung von Nebel und Nichts abgeschmettert die Wahrheit von Wogen

nach herb gefälschter Fäden gewoben

krank verbirgt das Gewesene sich hinter schämlichen Lichts.

 

Dämmrung umklammert blässlich die trostlose Sorglosigkeit

irrend folgt trüglich der Liebe zum Schein

rastlos dem leer unverstandenen Sein.

Jählings durchwandert betrogen die damals herzliche Zeit

 

ungebrochnem Argwohn gleich verschließt das Harz seine Rinde

tosend hagelt das Gedachte verlogen

tadelnd innre Verwüstung gezogen

abgewandt von allem das war – undurchsichtgem Gewinde.

 

15.12.2011

 

 

Konfrontalität

 

Wie einst an der Sextener Rotwand,

im Ia-Drang-Tal oder Tel Gomel,

lange vor der heutgen Zeit.

 

Nichts ist näher als die einstge Ferne,

zueinander gefaltne Räume,

hindurch der Rabe kräht

 

sitzend auf den Schultern von Else,

schlägt die Uhr bald halb Zwei,

gehemmt das Sehen.

 

Die erhobne Klinge glänzt über Akkron,

verwandelt erwacht der Käfer

und nimmt es an.

 

04.12.2011

 

 

Leopold

 

Gutaussehend.

Athletisch.

Rechtschaffen.

 

Nett.

Intellektuell.

Charismatisch.

Herzlich.

Tolerant.

 

Interessiert.

Charmant.

Heldenmütig.

 

Leopold.

 

21.11.2011

 

 

Einer Reise Ziel

 

Gequältes in den Bergen

gebärt unzählge Wogen

die den Abgrund bald beerben,

im Fall zum Nichts gesogen

 

dem unausweichlich Unten,

bis hin zum allerletzten Ort

ins Endliche entschwunden -

das kein Unten ist - hinfort.

 

Verwüstet modernde Särge rotten -

Gefangene bluttrunkner Häre -

im Vorhof gekenterter Grotten

verkommen verderbender Leere.

 

Den Zweck niemals ergründet,

im Ende trüglich nie Beginn,

auch wenns dem Geist entschwindet,

es ruht im Nichts der Sinn.

 

30.07.2011

 

 

So hört es auf

 

Schwer wie rußig graue Schwaden

ziehn an kühlen Sommertagen

Wolken über trübe Felder,

streifen Wipfel dunkler Wälder.

 

Regentropfen hart zerschmettern

röchelnd ums Verderben wettern,

jeder Tropfen lässt erzittern,

Felsgestein beginnt zu splittern.

 

Alles das, das nichts verzeiht

ziellos treibt zur Ewigkeit.

Schlicht beginnt der eine Abend

endlos Leere in sich tragend.

 

Allerletzter Regenschauer

wäscht hinfort jedwede Trauer,

löscht das eine Quäntchen Glut,

schließlich stirbt und in sich ruht.

 

 

17.06.2011

 

 

Im Leben nur einmal

 

In der einen Welt der Dinge

findet Lieblichkeit kaum Raum.

Wie die feine kleine Schlinge

ziert sie unscheinbar den Saum.

 

Zwar dem wachen Aug verklärt

mags die Ungewissheit sehen.

Niemals bleibt ihr dies verwehrt,

doch das Herz will’s nicht verstehen.

 

Worte malen vieles trüber.

Mit jedem einzeln weitren Schritt

zieht der Stern zu fern vorüber

und im Schweif das Leben mit.

 

 

10.05.2011

 

 

Weniges bis Nichts

 

Die Leere steckt voller Gerümpel

aus Öde und überhäuft ohne Sinn.

Gefüllt bis zum Rand ist der Tümpel,

alles Verdorrte an Nichts fault darin.

 

Je greller das Schwarz

umso dunkler das Treiben,

erstarrt ist das Harz

um im Nichts zu verweilen.

 

Selten lärmt schwer meine Stille,

laut brüllt mich das Nichtssagen an.

Schweigend schlummert die Grille

und Ruhe kreischt in zürnendem Klang.

 

 

10.08.2010

 

 

Innere Bilder

 

Vorbei die gemütlichen Tage,

vorüber solch tägliche Schau,

Gewesnes im Inneren trage,

dies lieblich nasskalte Grau.

 

Nun weicht's still und leis'

gar wehmütig mir

und schließt's so den Kreis

zur wärmenden Zier.

 

Beginnend die trockene Brut,

die Glut in die Felder zu tragen,

erhebt im Ich sich der Mut,

an gedachten Bildern zu laben.

 

04.06.2010

 

 

Ein neuer Sonnentag

 

Schon unter dichten Wolken tief

erwacht ein neuer Sonnentag,

und als die Welt noch ruht und schlief

der Nebel überm Moor sanft lag.

 

Es müht der Hase sich im Feld

noch über ihm die Flocken tanzen

vom Winter als letzte beigestellt

entgegen des Frühlings erste Lanzen.

 

Kein Sonnenstrahl freut’s ein’ Gemüt

auf dass es singt und lacht beherzt,

das andere sich vergebens müht

und immer noch der Abschied schmerzt.

 

Es ist die Liebe, die nicht mehr ist,

die eine Antwort, die nicht gewährt,

eine jede Träne die nun fließt

den Boden neuer Wege nährt.

 

Noch unter jenem Wolkenfeld

die Einsamkeit hinweg geschworen,

die Hoffnung sich zur Seit’ gestellt

und mit dem Tag das Leben neu geboren.

 

14.03.2010

 

 

... und ist's wie Schach

 

Nun Weiß wie Schwarz fein aufgereiht,

und’s Schicksal stellt sich zum Geleit.

Zug um Zug verändert sich das Spiel,

sichtlich auch das einst gemeinsam’ Ziel.

 

Bald wird erdacht, im Geist erhoben

es werden Pferde vorgeschoben

nur starr und kühl verbleibt der Turm

im allergrässlichst Endzeitsturm.

 

Schon vor dem ersten Zug war’s klar,

dem Letzten schließlich nur zu wahr -

nach welchem Sinn Figuren streben -

am End’ ist’s Matt für beider Leben.

 

02.03.2010

 

 

Herbstlich Tage

 

Das Spätjahr trottet durch das Land

malt die Natur in sanft’ Gewand,

der zart bedachte Nieselrauch

taucht diese Welt in seidnen Hauch.

 

Der Bauer gräbt auf seinem Feld,

sich ruhig der Wind dazugesellt

zu dem, der ’s Leben nicht vergeude

und tänzelt rundherum zur Freude.

 

Nebenher, am Schotterwege tritt

mit verklärtem, schweren Schritt,

fernab von Freude, Feld und Wind

eine leere Hülle, die in sich sinnt -

 

ob Zweifel eigener Unfähigkeit,

zerborstnem Sein und Einsamkeit,

auch sinnlos Dünkel innen wächst -

auf der Suche nach sich selbst…

 

26.10.2009

 

Beziehungswinter

 

Vermissen war stets selten unklar,

unklar nur was es erschufe,

erschufe es nur zu gewahr,

gewahr ob Qual und schmerzlich Rufe.

 

Rufe dreh’n zu schwerem Missen,

Missen dieser Zweisamkeit,

Zweisamkeit gebaut auf Hoffnung,

Hoffnung zur Abkömmlichkeit.

 

Abkömmlichkeit blieb einst verborgen,

verborgen blieb’s dem Wunsch geweiht,

geweiht als käm nie mehr ein Morgen,

Morgen bleibt als Einsamkeit.

 

27.09.2009

 

Die Nacht folgt der Einsamkeit

 

Das Wolkenmeer bedeckt den Himmel,

der Abend könnt’ kein schön’rer sein,

das Dunkel ist des Nächtens Schimmel

und die Ruh’ der nächtlich’ Sonnenschein.

 

Der Wind entschwebt im Federkleid

und zieht sich still durch diese Welt,

als Hauch des Atems aller Zeit

sogleich das Ew’ge sich gesellt.

 

Zur Läuterung erblüht die Stele

der wundersam gebot’nen Schau,

gebärt jedwed’ erzwung’ne Träne

zum reinst’ allmorgentlichen Tau.

 

10.09.2009

 

 

Einsamkeit

 

Regen fällt auf meine Schuhe,

mitten in der kühlen Gischt

find ich meine eigne Ruhe

dass Geborgenheit erlischt.

 

Gestern noch ein kleines Flämmchen

zappelnd gar mit jedem Hauch,

zog der Docht nun aus sein Hemdchen

und zurück bleibt grauer Rauch.

 

Alles das, das sei, wird kommen

so wie's jene war nun ist,

wirkts und machts endlos beklommen,

weil man's einfach nicht vergisst.

 

Träne fällt auf meine Schuhe,

entzündet gar der Einsamkeit Licht,

Flamme brennt in aller Ruhe

und glaube nicht dass sie erlischt.

 

24.06.2009

 

 

Silberstreif

 

Blau, als wär's die tiefste See,

falb, gleich hellster Sonne Strahlen,

weiß, wie feinster Pulverschnee.

 

Munder fing zu zieh'n die Brise

alsbald verweilend lind wie Tau

auf jener einen zierlich Wiese.

 

Niemals gäb's nur eine Mär,

keine Kunde über Nichts,

weil's Leben dies niemals gewähr.

 

Und dennoch ists ein Wunsch …

 

11.05.2009

 

Jetzt

 

... und wie ich es hasse ...

in dieses wiederkehrende Dunkel

quäl ich mich wegwärts und blicke

zurück

tief in die Leere

überfüllt voll gespieenen Unrats

Sinn entleerter Wortfäkalien

in ein schwärzeres Dunkel

gefühlslos

stets tiefer nach unten

dem totschwarzen Immerwieder

entgegen

dem totschwarzen Immerwieder

stets tiefer nach unten

gefühlslos

in ein schwärzeres Dunkel

Sinn entleerter Wortfäkalien

überfüllt voll gespieenen Unrats

tief in die Leere

zurück

quäl ich mich wegwärts und blicke

in dieses wiederkehrende Dunkel

... und wie ich es hasse ...

 

05.05.2009

 

 

Rosenmontag

 

Der Saal zum Anlass fein geschmückt

ein jeder Tisch zurecht gerückt.

Verschied’ne Farben erhellen den Raum,

angeräumt von Menschenmassen

Stimmung nett und ausgelassen

Musik geleitet sanft von Sekt zum Traum.

 

Zu spät'rer Stund' und noch mehr Wein

verblasst die Grenz' von Wunsch und Sein.

Die Wahrheit steht sogleich zurück,

Gerede über Knopf und Faden

Blicke teils gar lustgeladen

schon näher kommt sich, Stück um Stück.

 

Genau hier ist der Punkt erreicht

an dem der Sinn dem Unsinn weicht.

Entscheiden gilt’s, den Weg zu wählen,

neues Dünkel ausgestalten

Treue tief im Herz behalten

’s ist Zeit zu geh’n, sich nicht zu quälen.

 

23.02.2009

 

 

Entzündschnur

 

Viele Tage, viel zu viel bisweilen

nervt der Nerv und will nicht heilen,

bei Wind und Wetter muss ich eilen

und lass erneut von neuem feilen.

 

Geringe eitrig geeiterte Schlieren

die langen gewund'nen Nadeln zieren,

erneut aufs Neue lässt mich frieren,

am End’ ihn doch noch zu verlieren.

 

Es strömen über blanke Planken

Zeitgeschenke zum Heil dem Kranken,

wenngleich gedachte Dünkel wanken

im Sieg werd ich's dem Kalkstück danken.

 

13.02.2009

 

Strom

 

Von Wochenend’ zu Wochenende

frag’ ich mich, hätte ich geirrt?

Aufgelöst wird stets ’gen Ende

und fühle mich darob verwirrt.

 

Es sind die Fragen, die da bleiben,

jene Taten, die da keine Taten sind.

Sinnlos’ Tun gilt’s zu beschreiben,

zu hinterfragen nicht bestimmt.

 

Und weil das eine Wirre vorsteht,

das andre nunmehr hinterdrein,

was immer in der Welt auch vorgeht,

lass' ich mein Leben Leben sein.

 

31.01.2009

 

 

 

Vergiss' dies nicht

 

Blick zurück,

sieh’ Künft’ges kommen,

wirk entzückt,

niemals beklommen.

 

Lächle gern,

und fröh’n der Freude,

bleibe fern,

dem Schmerzgebäude.

 

Bedenke sacht,

bewahr dir Treue,

gebe Acht,

dies stets aufs Neue.

 

Genieße toll,

und Liebe schlicht,

Lebe wohl,

vergiss’ dies nicht.

 

11.11.2008

 

Lebens' Herbst

 

Rund um mich geschehen Dinge

die mir belegen, woran ich bin.

Schließe meine Augen – zwinge

in hohles Gedankenwerke Sinn.

 

Es wandert unterkühlt die Freude

der andern fremd entwendet Glück.

Stets eignen Frohsinn so vergeude

und setze Schritt um Schritt zurück.

 

Letztlich schwer die Hoffnung trauert,

darob Verzweiflung tanzt und lacht,

gestorbne Sehnsucht kläglich kauert

im dunkel feucht gefrornen Schacht.

 

22.09.2008

 

 

Loslassen

 

Felder gelber Akazien zieren

die tönern tiefgrüne See

belächelter Schlieren

unter orangfarbnem Himmelsklee.

 

Geköpftem Weissdorn entfliehend

sinnt schwärzlich strömende Leere

vergammelten Immergrüns kniend

inmitten feuriger Häre.

 

Dornig gelb'rosne Strähnen,

des violetten Ankers Schnitter,

erzwingen blutrote Tränen

versinkend im allerletzten Gewitter.

 

20.05.2008

 

 

Innen und Außen

 

Die letzten Jahre sinnt’ ich sehr,

es hätt’ mich Wichtigstes verlassen.

Der Schmerz ob des Verlusts wog schwer,

mein Leben schien mich selbst zu hassen.

 

Fühlte mich so eingesperrt

als blickt’ das Aug’ durch Gitterstäbe -

Zerbröseltes erkannt verzerrt,

befand mich stets in geist’ger Schräge.

 

Verwirrt durch meines eignen Gnom

dem Denken niemals ward gewahr,

vergang’ner Jahre immer schon

des Käfigs Draußen Drinnen war.

 

Gesetzt zur Verwesung einz'ger Schritt

Vergang’nes zerbricht dem Atem entwendet,

nur Liebe, Erinn’rung im Herzen zieh’n mit

und Beendetes letztendlich endet.

 

18.05.2008

 

Vergangenes

 

Die letzten Tage unentwegt

 

erschleicht mich ein Empfinden,

der Ruf, Verlorenes erneut zu finden.

 

Hätt’ darum mich bewusst verwählt,

da diese Stimme einzig zählt ...?

 

So wie die Sinne sich verwinden

beginnt Vergangenes zu schwinden

 

und bleibt mein Hörer aufgelegt.

 

 

02.05.2008

 

 

Dämm'rung

 

Das eine Stück Kohle

meiner Mitte schlägt schwer.

Die Nacht grüßt zum Wohle

Rosmarin färbt die Sole

und Dämmerung ist niemals mehr.

 

Totes Dunkel überdauert

gar Nebel verhangen und leer.

Der Weidenzweig kauert

schier endlos betrauert

nur röchelnd im blutschwarzen Meer.

 

 

09.02.2008

 

 

Tod der Großmutter

 

Das Denken wirkt beklommen,

Geflüster kaum gehört,

die Bilder arg verschwommen,

das Atmen stark gestört.

 

Gelebt das Leben

an Entbehrungen schwer.

Fortwährendes Streben

stets dem Glauben zur Ehr'.

 

Der Liebe geweiht

ist Glückseligkeit dein.

Deiner Töchter Geleit

zeigt - du bist nicht allein.

 

Den letzten Weg hast begonnen,

das Jenseits rückt eilig herbei,

der Tod an die Hand dich genommen

und die Turmuhr schlägt eben halb Zwei.

 

02.11.2007

 

In Gedenken an Maria Berner, verstorben in der Nacht

vom 1. auf den 2. November 2007 (um 01:30 Uhr).

 

 

Eine Blume

 

Heiße, sandige Luft zieht,

zerbricht lockren Schutt,

bedeckt den

letzten Wurm,

lähmt das schwere Atmen.

Verdörrter Boden,

so weit das Auge sieht,

und viel weiter.

Unzählige Risse,

Furchen,

und unzählige mehr.

Gequälte Steine

jagen winselnd

durch den Staub.

Reste zerfallener Skelette

hinter lehmgrauen

vom Tod

angewiderter

unberedter Felslandschaften.

Brütend glühende Schwaden

überziehen nichts.

Schritt für Schritt

dem Verderben näher.

Und doch,

inmitten

der verwesenden Einöde

grünt

eine Blume.

08.04.2006

 

Das finstre Gewölbe der Schatten

Das finstre Gewölbe der Schatten,

rastloses Dunkel und unglaublich leer.

Missraten Verstorbnes gilt’s zu bestatten

im faulig vergammelten, leblosen Meer.

 

In der Ferne – der Graben

überwuchert von Dornen –

donnert knöchernes Schaben

allzu hässlich verworren.

 

Dem Trost schier verglüht

unwiederbringlich’ Gestrick’.

Jedwede Träne verbrüht

ob grässlicher Fratzen Geschick.

 

Doch sanft schwebt ein Engel hervor.

Gleich dem samtesten Wimpernschlag

zieh'n liebreizend' Blicke empor

und retten lächelnd den lahmenden Tag.

19.05.2007